Lexikon zur Logopädie

Dieses Lexikon erklärt Ihnen Fachbegriffe aus dem Gebiet der Logopädie. Sie finden hier Erkrankungen, Diagnoseverfahren und unsere Behandlungsmethoden. Es soll Ihnen helfen, die Begriffe auf ihrem Rezept und unsere Therapie besser zu verstehen. Das Lexikon erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt nur einen kleinen Einblick in unser Behandlungsspektrum in der Praxis. Wenn Sie darüber hinaus weitere Fragen haben, sprechen Sie uns gern an.

Addental:

An den Zähnen z. B. wenn die Zunge bei der „s“ Bildung zu weit vor an die Zähne geht.

Adenoide Vegetationen:

Vergrößerung der Rachenmandeln, im Volksmund als "Polypen" bezeichnet.

Agrammatismus:

"Telegrammstilartige“ Redeweise mit Vereinfachung von Satzstrukturen; meist Weglassen von Artikeln, Fürwörtern und Endungen an Tätigkeits- und Hauptwörtern" nach Schlaganfall oder bei kindlicher Sprache.

Alveolar:

Alveolare Zungenstellung beim Sprechen. Hierbei befindet sich die Zungenspitze am Zahndamm (Alveole).

Amnestische Aphasie:

Form der Sprachstörung nach Schlaganfall. Sie ist durch inhaltsarme Redefloskeln und Wortfindungsstörungen geprägt.

Ankyloglossie:

Eingeschränkte Zungenbeweglichkeit durch ein zu kurzes Zungenbändchen oder die Verwachsung des Zungengrundes mit dem Mundboden.

Apallisches Syndrom:

Koma nach einem Unfall oder bei Tumoren.

Aphasie:

Zentrale Sprachstörung nach einer erworbenen Hirnschädigung; betroffen sind die Leistungen Lesen, Schreiben, Sprache (Wortfindung, Satzbau, Lautbildung) und das Verstehen von Sprache.

Aphon/Aphonie:

(Laut ohne Ton) komplettes Fehlen der Stimme. Entsteht durch eine Unfähigkeit der Stimmlippenschwingung im Kehlkopf z. B. nach Kehlkopfentzündungen (Laryngitiden).

Apoplex:

Schlaganfall.

Apraxie:

Störung bei der Planung von Handlungen, wodurch Bewegungsmuster und der Gebrauch von Gegenständen eingeschränkt sind; tritt vorwiegend nach Schlaganfall auf.

Artikulation:

Alle ablaufenden Bewegungen im Mund-, Nasen- und Rachenraum, die Laute hervorbringen.

Artikulationsstörung:

(Dyslalie) Sprechstörung, bei der ein Laut, mehrere oder alle Laute nicht korrekt ausgesprochen werden können.

Aspiration:

Unbewusstes Einsaugen von Flüssigkeiten oder Nahrung in die Lunge, z. B. bei einer Schluckstörung (siehe auch Dysphagie) nach Schlaganfall.

Auditiv:

Die Hörwahrnehmung betreffend.

Audiometrie:

Begriff für alle möglichen Methoden zur Messung des Hörvermögens.

Betazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „b“.

Broca-Aphasie:

Form der Aphasie, bei der die Patienten nach einem Schlaganfall meist stockend, mit vielen kurzen, unvollständigen Sätzen sprechen. Die Art des Sprechens erinnert an einen Telegrammstil, weshalb der Agrammatismus das Leitsymptom dieser Störung ist (siehe Agrammatismus).

Buccofaciale Apraxie:

Apraxie (siehe Apraxie) der Gesichtsmuskulatur.

Cerumen:

Ohrenschmalz.

Chitismus:

Fehlerhafte Artikulation des „ch“ wie in Milch oder des „ch“ wie in Rauch.

Cochlea-Implant (CI):

In den Hörnerven eingesetzte elektronische Hörprothese, die den Hörnerven elektrisch stimuliert.

Corrective Feedback:

Wiederholen einer fehlerhaften sprachlichen Äußerung in der korrekten Form.

Deltazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „d“.

Dental:

an den Zähnen, wenn sich die Zungenspitze beim Sprechen an den Zähnen bewegt.

Dezibel (dB):

Maßeinheit für den Lautstärkepegel.

Diagnose, logopädische:

Nach Befunderhebung mittels standardisierter oder informeller Sprach- und Sprechtests abschließende Beurteilung einer Sprach- Sprech- oder Stimmstörung.

Diaphragma:

Zwerchfell (größter Atemmuskel, der den Brust- vom Bauchraum trennt).

Dichotisches Hören:

Fähigkeit der zentralen Hörbahnen (hinter dem Innenohr gelegen) zwei von einander unabhängige Schallereignisse zu unterscheiden z. B. zwei verschiedene, aber gleichzeitig gesprochene Wörter.

Dominante Hirnhemisphäre:

Hirnhälfte, die für die sprachlichen Leistungen zuständig ist.

Dysarthrie/Dysarthrophonie:

Erworbene Sprechstörung nach Hirnschädigung, bei der eine Funktionsstörung der Sprechmuskulatur (Lippen, Zunge, Gaumensegel) sowie der Stimme und der Atemmuskulatur erfolgt.

Dysgrammatimus:

Fehlerhafte Bildung von grammatischer Struktur.

Dyslalie:

Lautbildungsstörung, artikulatorische Schwierigkeitsstufen: Lautebene, Silbenebene, Wortebene, Satzebene, Textebene, Spontansprache.

Dysgnathie:

Zahn- und/oder Kieferfehlstellung.

Dyskinesien, orofaziale:

Allgemeiner Begriff für im Mundtrakt befindliche Fehlfunktionen.

Dysphagie:

Schluckstörung. Hierbei geht es um Probleme beim adäquaten Transport von Speisen und Getränken in den Magen.

Dysphonie:

Stimmstörung, (dys- = fehl, phon = Ton Ebenen).

Dysprosodie:

Unfähigkeit die individuelle Sprechmelodie und/oder den Sprechrhythmus herzustellen, tritt zumeist im Rahmen einer neurologischen Erkrankung oder nach Schlaganfall auf.

Echolalie:

Symptom, bei dem der Patient die Äußerungen des Gegenübers wortwörtlich wiederholt.

Elision:

Auslassung von Lauten, Silben, Wörtern oder Satzteilen beim Sprechen (Tisch -> isch).

Endoskopie:

Untersuchung von Körperhöhlen mittels Linse und Lichtquelle z.B. des Kehlkopfs.

Epiglottis:

Kehldeckel (ein Teil des Kehlkopfs).

Expressiv:

Beispielsweise expressive Sprachstörung, d.h. eine auf den Ausdruck bezogene Sprachstörung.

Fazialis/facialis:

Zum Gesicht gehörend.

Facialisparese:

Meist einseitig auftretende Funktionsstörung des VII.Hirnnervs mit Lähmungen vor allem der mimischen Muskulatur. Nicht betroffen ist die Kaumuskulatur.

Flüsterstimme:

Eine Stimme, bei der nur ein Hauchen zu hören ist. Sie entsteht durch eine bestimmte Stellung der Stimmlippen im Kehlkopf, bei der der vordere Teil der Stimmlippen geschlossen und der hintere Teil zu einem Dreieck (sog. Flüsterdreieck) geöffnet wird. Die meist unbewusste, falsche Schonhaltung entsteht etwa nach einer Operation oder einer akuten Kehlkopfentzündung.

F.O.T.T./ Therapie des Facio-Oralen Traktes:

Ganzheitliches Therapiekonzept nach Kay Coombes für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Ziel ist eine verbesserte Körperspannung und Haltung des Patienten, das Erreichen der Koordination sowie des sicheren Ablaufs von Atmung, Stimme, Sprechen und Essen.

Frequenz:

Anzahl von Schwingungen, bezogen auf eine Zeiteinheit z. B. die Stimmlippenfrequenz. Sie wird in der Maßeinheit Hertz gemessen.

Gammazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „g”.

Gebärdensprache:

Vollständige mit der Lautsprache gleichwertige Sprache, welche Inhalte über den visuellen Kanal (über das Schauen) vermittelt.

Geschlossene Silbe:

Silbe mit einer VK (Vokal-Konsonant) oder KVK (Konsonant-Vokal-Konsonant) Verbindung.

Globusgefühl:

(Globus pharyngis) unangenehmes Kloß- oder Fremdkörpergefühl im vorderen Halsbereich.

Glottis:

Stimmritze, d.h. der Raum zwischen den Stimmlippen.

Glottisebene:

Stimmlippenebene.

Glottisschluss:

Stimmlippenschluss.

Hemiparese:

Halbseitenlähmung (Lähmung einer Körperhälfte).

Hörstörung:

Schallleitungs- oder Innenohrschwerhörigkeit, welche die Sprachentwicklung von Kindern je nach Ausmaß des Befundes erheblich beeinträchtigen kann.

Hörsturz:

Form der Innenohrschwerhörigkeit, die plötzlich einsetzt: Ursächlich durch Durchblutungsstörungen, Unfälle oder psychische Belastungen.

Hyperfunktionelle Dysphonie:

Hyperfunktionelle Stimmstörung mit zu hoher Muskelspannung im Stimmlippenbereich und Einschränkung der Stimmqualität bis hin zur Stimmlosigkeit (Synonym: Hyperkinetische Dysphonie).

Hypofunktionelle Dysphonie:

Stimmstörung aufgrund von zu wenig Muskelspannung im Stimmlippenbereich (Synonym: Hypokinetische Dysphonie).

Hypersalivation:

Vermehrter Speichelfluß, z. B. bei Morbus Parkinson oder bei neurologischen Schluckstörungen.

ICF (International Classification of Funktioning, Disability and Health):

Klassifikationsschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Beschreibung und Einordnung menschlicher Störungen.

Indifferenzlage:

Mittlere Sprechstimmlage eines Menschen, um die herum sich das gesamte Tonspektrum beim Sprechen ergibt.

Infantiles Schluckmuster:

Kindliches Schluckmuster. Dabei drückt die Zunge während des Schluckens gegen die Zähne.

Interdental:

Zwischen den Zähnen.

Intonation:

Lateinisch intonare = tönen. Hierbei ist die Sprechmelodie mit der Gesamtheit aller Elemente der Prosodie wie Lautstärke, Betonung, Sprechtempo, Akzente und Tonhöhen gemeint.

Jargon:

Eine nach Schlaganfall auftretende, flüssige und oft überschießende Sprachproduktion, deren Hauptkennzeichen eine sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern oder Neubildungen von Wörtern ist.

Jotazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „j“.

Kappazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „k“.

Kostoabdominale Atmung:

Physiologische (körpergerechte) Atmung mit Bewegungsanteilen sowohl im Brust- als auch im Bauchraum.

Labial:

An den Lippen.

Lambdazismus:

Fehlerhafte Artikulation des „l“.

Laryngeale Penetration:

Eintritt von Flüssigkeiten oder Nahrung in den Kehlkopfeingang (Aditus laryngis), zumeist bei neurologischen oder altersbedingten Schluckstörungen (Dysphagien).

Laryngektomie:

Kehlkopfentfernung, z. B. bei Kehlkopfkrebs

Laryngitis:

Kehlkopfentzündung.

Laryngoskopie:

Untersuchung des Kehlkopfes mit einem flexiblen Endoskop zur Inspektion des Gewebszustandes und der Muskelfunktionen.

Lautinventar:

Gesamtmenge von Sprachlauten einer Sprache.

Leaking:

Die gekaute Speise im Mund gleitet vorzeitig in den Rachen ohne Auslösung des Schluckreflexes.

Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)/ Legasthenie:

Störung von Lesen und Rechtschreibung bei normaler Gesamtintelligenz (Teilleistungsschwäche) infolge von Wahrnehmungsstörungen.

Lee-Silverman Voice Treatment (LSVT):

Wissenschaftlich erprobtes Therapieprogramm, das speziell für die Behandlung von Sprech- und Stimmstörungen von Patienten mit Parkinson-Erkrankung entwickelt wurde. Über die Lautstärkersteigerung der Stimme, die im Mittelpunkt der Therapie steht, wird eine Verbesserung der Stimmqualität, -stabilität und der Verständlichkeit des Sprechens erarbeitet.

LKG-Spalte:

Lippen-Kiefer-Gaumen-Segelspalte. Kann als einzelne Spaltbildung z.B. isolierte Lippen-Spalte oder in Kombination mehrerer Spalten auftreten.

Logopädie:

Lehre von der Behandlung, Diagnostik, Prävention und Erforschung jeder Form von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.

Logophobie:

Sprechangst, Lampenfieber.

Logorrhoe:

Sprechweise, die vorwiegend durch ungezügelte, überschießende und inhaltsarme Satzkonstruktionen gekennzeichnet ist.

Morphologie:

Lehre vom Wortaufbau; beispielsweise können Kinder Schwierigkeiten mit der Beugung von Verben oder den unterschiedlichen Endungsmöglichkeiten der verschiedenen Mehrzahlformen haben.

Mottier-Test:

Test, der die Fähigkeit von Kindern zur Differenzierung und Merkfähigkeit von Lauten misst.

Mundmotorik:

Bewegungen der Zunge, der Lippen und des Kiefers.

Muskeltonus:

Spannungszustand der Muskeln. Dieser kann physiologisch (euton), zu hoch (hyperton) oder zu schlaff sein (hypoton).

Mutation:

Stimmwechsel in der Pubertät durch hormonell bedingtes Wachstum des Kehlkopfs.

Mutismus:

psychisch bedingte Sprechunfähigkeit bei normalem Sprechvermögen.

Mutismus, (s)elektiver:

Sprechverweigerung in bestimmten Situationen oder bei bestimmten Personen.

Myofunktionelle Störung (MFS):

Störung der Mundmuskulatur und der Bewegungen des Mundbereichs. Bei einer myofunktionellen Störung liegt ein Ungleichgewicht im Zusammenspiel der am Sprechen und Schlucken beteiligten Muskelgruppen im Mund- und Gesichtsbereich vor. Die Zunge wird beim Schlucken gegen oder zwischen die Zähne gepresst. Dadurch entstehen kieferorthopädisch behandlungsbedürftige Zahnfehlstellungen und mögliche Fehlbildung der Laute s und sch. Weitere Folgen einer myofunktionellen Störung können Haltungsschäden, offene Mundhaltung und -atmung oder Kiefergelenksbeschwerden sein.

Myofunktionelle Therapie:

Logopädische Behandlungsmethode zur Korrektur der Fehlfunktionen von Kau- und Gesichtsmuskulatur. Ziele sind eine korrekte Zungenruhelage, ein korrektes Schluckmuster, Aufbau von Lippentonus zum Mundschluss. Auch Ganzkörperspannungen werden dabei berücksichtigt.

Neologismen:

Wortneuschöpfungen, die in der Standardsprache nicht vorkommen; diese werden häufig nach Schlaganfall bei einigen Formen der Aphasie beobachtet.

Ösophageale Phase:

Eindringen der Speise in die Speiseröhre während des Schluckaktes.

Ösophagusersatzstimme:

Speiseröhrenstimme oder auch „Rülpsstimme“ als Ersatz bei Kehlkopflosen.

Orofaciale Sensomotorik:

Wahrnehmung und Bewegung im Mund- und Gesichtsbereich.

Otoakustische Emissionen:

Eigenschwingung im Innenohr, die zum äußeren Gehörgang ausgestrahlt wird. Es ist das sogenannte "Meeresrauschen" wenn man sich eine Muschel vor die Ohren hält.

Paragrammatismus:

Eine der möglichen, nach Schlaganfall auftretenden Sprachstörungen. Hauptkennzeichen sind Satzverschränkungen und Satzverdopplungen bei flüssiger Redeweise.

Paraphasie:

Phonologische Paraphasie = das Wort wird in seiner Lautstruktur verändert; semantische Paraphasie = das Wort wird in seiner Bedeutung verändert.

Parese:

Lähmung eines Körperteils oder einer Körperhälfte, meist nach Schlaganfall oder Tumor.

Morbus Parkinson/Parkinson-Krankheit:

Fortschreitende neurologische Erkrankung durch den Verlust von Dopamin (Botenstoff) übertragenden Nervenzellen im Hirnstamm. Zu den Symptomen gehören Steifigkeit, Bewegungslosigkeit und Zittern, Sprechprobleme, Stimm- und Schluckstörungen.

Paukenerguss/Tubenkatarrh:

Absonderung von Flüssigkeit aus dem Mittelohr.

Perseveration:

Eine bei Aphasie auftretende Sprachstörung mit Wiederholung von Lauten, Wörtern und Sätzen, die im jeweiligen Gesprächskontext unpassend sind.

Phitismus:

Fehlerhafte Artikulation des „f“.

Phonetische Störung:

Laut kann nicht artikuliert werden.

Phoniatrie:

Wissenschaft von der menschlichen Stimme.

Phonation:

Stimmerzeugung durch die Schwingung der Stimmlippen im Kehlkopf.

Phonetik:

Lehre von den Lauten.

Phonologische Störung:

Laut kann zwar artikuliert werden, wird aber nicht richtig eingesetzt.

Poltern:

Sehr undeutliches „verwaschenes“ Sprechen. Typisch ist ein zu hohes Sprechtempo, verbunden mit Auslassungen von Satzteilen sowie Wort- und Satzverschränkungen.

Progenie:

Die Zahnreihe des Unterkiefers steht vor der Zahnreihe des Oberkiefers.

Prognathie:

Die Zahnreihe des Oberkiefers steht zu weit vor der Zahnreihe des Unterkiefers.

Prosodie:

Ausdrucksmerkmale beim Sprechen (Lautstärke, Tempo, Melodie).

Recurrensparese:

Lähmung des Stimmlippennervs, meist nach Schilddrüsenoperationen.

Reinke-Ödem:

Ein auf die Stimmlippenoberfläche begrenztes Ödem (Wassersack).

Rhinitis:

Schnupfen.

Rhinophonie:

Näselnder Stimmklang, der durch mangelnden Abschluss vom Nasen- zum Mundraum entsteht oder seinen Grund in der Verlegung/Verengung des Nasendurchgangs hat.

Rhotazismus:

Fehlbildung oder Auslassung des Konsonanten /R/ beim Sprechen.

Schädel-Hirn-Trauma (SHT):

Schädigung des Gehirns nach einem Unfall.

Schetismus:

Fehlbildung oder Auslassung des Konsonanten /sch/ beim Sprechen.

SEB:

Sprachentwicklungsbehinderung.

SER:

Sprachentwicklungsrückstand.

SES:

Sprachentwicklungsstörung.

SEV:

Sprachentwicklungsverzögerung.

Semantik:

Lehre von den Bedeutungen und Inhalten von Worten und Sätzen. Patienten mit Schwierigkeiten in diesem Bereich haben unter anderem Wortfindungsstörungen und einen geringeren Wortschatz.

Sigmatismus/Lispeln:

Fehlbildung oder Auslassung des Konsonanten /s/ beim Sprechen.

Spontansprache:

Sprechen im Alltag.

Sprachförderung:

Im Elternhaus, im Kindergarten oder in der Schule erfolgende Unterstützung eines ungestörten Spracherwerbs von Klein- und Vorschulkindern durch Sprachspiele, Lieder, Reime, Geschichten.

Sprachstörung:

Störung im Sprachaufbau, z.B. den Wortschatz oder die Grammatik betreffend. Man unterscheidet zwischen Sprachstörungen vor (z.B. bei Sprachentwicklungsverzögerung) und nach Abschluss des Spracherwerbs (z.B. bei Demenz).

Sprachtherapie:

Von ärztlicher Seite verordnetes Heilmittel (Rezept/Kassenleistung) bei Beeinträchtigung der Kommunikationsfähigkeit von Patienten mit Sprach- Sprech- und Stimmproblemen. Die Therapie erfolgt in der Regel in Praxen mit staatlich geprüften Logopäden, Sprachheilpädagogen oder in von Sprachtherapeuten betreuten Einrichtungen sowie durch Hausbesuch.

Sprechstörung:

Störung der Lautbildungsmotorik, bedingt durch Einschränkungen der Mundmotorik wie Sigmatismus oder der Beeinträchtigung organischer orofacialer Funktionen wie Dysarthrophonie.

Stille Aspiration (silent aspiration):

Eindringen von Nahrung in den Kehlkopf, die Luftröhre und die Lunge ohne Auslösung des Hustenreflexes.

Stimmlippen (Plica vocalis):

Umgangssprachlich „Stimmbänder“ genannt = im Innenraum des Kehlkopfs verlaufendes System aus Muskel und Sehnen, die durch die Ausatemluft und bestimmte Muskeleinstellungen im Kehlkopf in Schwingung versetzt werden. So erzeugen sie beim Sprechen einen Grundton.

Stimmlippenknötchen:

Doppelseitige Knötchenbildungen (durch Ödeme oder Fibrome) am Übergang vom vorderen zum mittleren Stimmlippendrittel.

Stimmlippenpolyp:

Nach häufigem, unphysiologischem Stimmgebrauch entstehende Zunahme der Schleimhaut an den Stellen des meisten Stimmgebrauchs auf den Stimmlippen. Betroffen sind überwiegend Männer.

Stimmlippenzyste:

Ein auf der Stimmlippe befindlicher dünnwandiger Sack mit grützbeutelartigem Inhalt.

Stimmstörungen (Dysphonien):

Merkmale sind Heiserkeit, eingeschränkte stimmliche Leistungsfähigkeit. Funktionelle Dysphonien entstehen als Folge einer Überbeanspruchung der Stimme, aufgrund mangelnder Schulung der Sprechstimme. Organische Dysphonien entstehen durch Erkrankung (Tumor) mit anschließender Entfernung von Teilen des Kehlkopfs. Psychogene Dysphonien entstehen aufgrund eines traumatischen Ereignisses (Unfall, Schock) durch blockierte Phonationsfähigkeit.

Stottern/Balbuties:

Einschränkung des Redeflusses mit häufigen Stockungen und Lautwiederholungen.

Stottertherapie nach van Riper:

Van Riper entwickelte in den USA ein Programm zur Behandlung von Redeflussstörungen. Dabei werden dem Stotterer Fertigkeiten vermittelt, die ihn befähigen in den verschiedensten Situationen in annehmbarer Weise mit den Unflüssigkeiten des Sprechens umzugehen.

Stridor:

Pfeifendes Geräusch bei der Einatmung und/oder Ausatmung z. B. aufgrund einer Einengung im Kehlkopf oder in der Luftröhre sowie bei Verlegung der oberen Atemwege.

Stroboskopie:

Ein Stroboskop wird durch den Mund bis zum Kehlkopfeingang vorgeschoben; Hierdurch ist die Betrachtung der Stimmlippen-Bewegung und die Erkennung von Veränderungen auf den Stimmlippen im Kehlkopf möglich.

Stroboskop:

Untersuchungsgerät zur optischen Erfassung von Bewegungen im Körper, die mit dem bloßen Auge wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nicht mehr wahrgenommen werden können. Diese werden mit dem Stroboskop aufgenommen und zeitlupenartig dargestellt (z. B. die Regelmäßigkeit der Stimmlippenschwingung im Kehlkopf).

Syntax:

Lehre vom Satzbau. Hierzu gehört etwa das korrekte Formulieren komplexer Sätze mit Haupt- und Nebensatzgefügen.

Taktkin:

Logopädischer Therapieansatz zur Behandlung sprechmotorischer Störungen wie Dysarthrien und Sprechapraxien im Kindes- und Erwachsenenalter. Dabei setzt man taktile (durch Berührung) Artikulationshilfen an der Gesichts- und Sprechmuskulatur des Betroffenen ein.

Trachealkanülenmanagement:

Trachealkanülen bilden eine künstliche Atemöffnung und schützen die unteren Atemwege vor dem Eindringen von Fremdkörpern wie Speichel oder Essensresten. Wenn möglich wird ein Herausnehmen der Trachealkanüle angestrebt. Entsprechend des Gesundheitszustands des Patienten trainiert die Logopädin mit ihm das Schlucken sowie das Sprechen und begleitet die Entwöhnung von der Trachealkanüle.

Videofluoroskopie:

Videogestützte Röntgenuntersuchung zur Wiedergabe des Schluckvorgangs.

Xerostomie:

Trockenheit der Mundschleimhaut, z. B. bei künstlicher Ernährung.

Zungenprotrusion:

Vorschieben oder Drücken der Zunge in den vorderen Mundbereich.