Lexikon zur Physiotherapie

Dieses Lexikon erklärt Ihnen Fachbegriffe aus dem Gebiet der Physiotherapie und Krankengymnastik. Sie finden hier Erkrankungen, Diagnoseverfahren und unsere Behandlungsmethoden. Es soll Ihnen helfen, die Begriffe auf ihrem Rezept und unsere Therapie besser zu verstehen. Das Lexikon erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt nur einen kleinen Einblick in unser Behandlungsspektrum in der Praxis. Wenn Sie darüber hinaus weitere Fragen haben, sprechen Sie uns gern an.

Aneurysma:

Aussackung oder Erweiterung eines Blutgefäßes unterschiedlicher Form und Größe.

Amputation:

Die Entfernung eines Organs oder Körperteiles.

Apoplexie (Schlaganfall, Insult):

Plötzliche Schädigung des Gehirns mit neurologischen Störungen, die aufgrund von Durchblutungsstörungen entsteht. Diese sind entweder durch einen Gefäßverschluss (Infarkt, Ischämie) oder durch den Riss eines Gefäßes mit folgender Einblutung ins Gewebe bedingt.

Arthritis (Gelenkentzündung):

Entzündung eines oder mehrerer Gelenke.

Ayurveda-Massage:

Massagetechnik aus dem indischen Kulturkreis mit warmem Öl. Die Massagen führen zu einer tiefen Entspannung und fördern die Entschlackung. Dabei werden Kontaktpunkte am Körper aktiviert, an denen sich Lebenskräfte konzentrieren.

Asthma:

Akute oder chronische Atemnot, die meist anfallsartig auftritt bzw. sich in Anfällen noch verstärkt. Die zum Asthma führende Lungenerkrankung nennt man Asthma bronchiale, die primär von einer Herzerkrankung ausgehende Asthma cardiale.

Atemtherapie:

Spezielle Techniken zur Unterstützung der Atmung bei Lungenerkrankungen, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen. Dies beinhaltet Maßnahmen zur Sekretlösung, Lockerung der Muskulatur, Abbau von Fehlatmung und Lagerung zur Erleichterung der Atmung.

Ausrenkung des Schultergelenks:

Wiederholt auftretende Ausrenkung des Schultergelenks kann viele Ursachen haben, beispielsweise angeboren oder verletzungsbedingt. Wenn die ursprüngliche Verletzung nicht stabil verheilt ist, kann das Gelenk dauerhaft beschädigt oder die Bänder überdehnt werden.

Bandscheibenvorfall:

Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal, den Raum in dem das Rückenmark liegt vortreten. Der akute Bandscheibenvorfall betrifft überwiegend die Lendenwirbelsäule (Ischiassyndrom) und deutlich seltener die Halswirbelsäule. Bei starken Beschwerden ist eine operative Versorgung des Bandscheibenvorfalls erforderlich.

Beckenbodengymnastik:

Dient dazu die Muskulatur des Beckenbodens zu trainieren. Dies ist wie bei jeder anderen Muskelgruppe möglich. Eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur soll beispielsweise einer Harninkontinenz vorbeugen.

Bobath:

Methode in der Physiotherapie zur Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Besonders nach einem Schlaganfall und bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems wird das Bobath-Konzept angewendet.

Bronchitis:

Akute oder chronische Entzündung der Bronchien durch Viren, Bakterien, Pilze, Allergene, Reizgase, Tabakrauch und Tumoren.

Chronische Bronchitis:

Entzündung der Bronchien über längere Zeit , meist durch Rauchen, Dämpfe oder Allergene verursacht.

Brustwirbelsäule (BWS):

Aus 12 Wirbelknochen bestehender Teil der Wirbelsäule, meist der am wenigsten bewegliche und durch Haltungsschäden schnell versteifende Teil des Rückgrats.

Coxarthrose (Hüftarthrose):

Chronische Erkrankung mit degenerativer (rückbildender) Veränderung der Gelenkflächen durch Überbeanspruchung oder Verletzung und zunehmende Zerstörung des Hüftgelenks. Typisch sind Schmerzen, verminderte Beweglichkeit und eine Schonhaltung, die zu Fehlstellungen der Hüfte und der unteren Wirbelsäule sowie zu Verspannungen und zusätzlichen Schmerzen führt.

Fraktur (Bruch, Knochenbruch):

Bruch von Knochen (z. B. Oberschenkelfraktur).

Fußreflexzonenmassage:

Auf den Fußsohlen befinden sich Zonen von denen Reflexwege zu anderen Körperregionen führen. Bei der Massage dieser Fußreflexzonen werden die Organe derselben Zone angesprochen.

Gelenkprothese:

Aus speziellen Metallen und Kunststoffen gefertigter Ersatz einer Gelenkfläche.

Gerätetraining:

Gezieltes Training an Geräten kräftigt Muskulatur und Herz-Kreislauf-System. Gelenke und Wirbelsäule werden entlastet, die Beweglichkeit und Körperhaltung verbessert und das Wohlbefinden gesteigert. Im präventiven Training vermeidet man Folgeerkrankungen durch Fehlhaltung, im rehabilitativem Training wird auf individuelle Vorerkrankungen eingegangen und zum Gesundungsprozess beigetragen. Eine fachliche Leitung durch Physiotherapeuten ist dabei unerlässlich.

Halswirbelsäule (HWS):

Der obere, beweglichste Teil der Wirbelsäule. Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln und weist eine physiologische Lordose, d. h. eine Verbiegung nach vorne auf.

Humerusfraktur:

Knöcherner Bruch des Oberarms.

Karpaltunnelsyndrom:

Druckschädigung des Nervengewebes im Handwurzelkanal (Karpaltunnel) auf der Handflächenseite des Handgelenks.

Kryotherapie (Eistherapie):

Therapeutische Anwendung von Kälte. Je nach Art und Dauer der Kälteeinwirkung dient die Behandlung der Schmerzlinderung, Entzündungshemmung oder Beeinflussung der Muskelspannung. Sie wird als Zusatzleistung zusammen mit der manuellen Therapie oder Physiotherapie verschrieben.

Lendenwirbelsäule (LWS):

Unterer Teil der Wirbelsäule zwischen Brustwirbelsäule und Kreuzbein, der von fünf Lendenwirbeln (L1 bis L5) gebildet wird und eine Wölbung nach vorn aufweist (Lordose).

Lungenemphysem:

Übermäßige Erweiterung des Luftraums in der Lunge im Bereich der Lungenbläschen, der zu eingeschränktem Gasaustausch und Atemnot führt.

Manuelle Therapie:

Methode in der Physiotherapie zur Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Dadurch wird eine Schmerzlinderung, Mobilisierung und Beeinflussung der Gewebebeschaffenheit erzielt.

Manuelle Lymphdrainage (MLD):

Sanfte Massagetechnik, die der Entstauung von Gewebe dient. Die Behandlung führt zum Abtransport von Lymphflüssigkeit.

Diese Form der Massage kann z.B. nach Tumoroperationen mit Entfernung der Lymphknoten oder nach Verletzungen sehr effektiv angewandt werden. Dabei wird im Gegensatz zur klassischen Massage keine Durchblutungssteigerung bewirkt. Ergänzend empfiehlt sich eine Kompressionsstrumpfversorgung.

Medizinische Massage (KMT):

Gezielte Anwendung zur Lockerung lokaler Muskelverspannungen oder zur positiven Beeinflussung der Organe über Nervenbahnen. Man unterscheidet klassische Massage und Bindegewebsmassage.

Meditaping/Kinesiotaping:

Relativ junge Therapieform aus Japan. Farbige Tapes werden je nach Befund auf bestimmte Körperbereiche aufgebracht. Das Tape wirkt auf Haut- und Schmerzsensoren und führt zu einer Stabilisierung belasteter Gelenke und Muskelgruppen.

Multiple Sklerose (MS):

Schubförmig verlaufende oder primär fortschreitende entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Gabe von Medikamenten verkürzt die Schubdauer. Wichtig sind auch Physiotherapie, psychosoziale Unterstützung und Selbsthilfegruppen.

Mukoviszidose:

vererbte Stoffwechselkrankheit. Führt zu zäh-flüssigem Schleim in den Bronchien und Einschränkungen der Leistung von Organen wie Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm. Physiotherapeutische Maßnahmen erleichtern die Atembeschwerden.

Myokardinfarkt (Herzinfarkt):

Untergang von Herzmuskelgewebe aufgrund einer Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen infolge von Arteriosklerose (Verhärtung / Elastizitätsverlust von Arterien).

Parkinson-Krankheit/Morbus Parkinson:

Häufigste Erkrankung des Nervensystems. Die langsam fortschreitende Erkrankung geht mit einem Abbau von Hirngewebe, der sog. Substantia nigra, einher, in der der Botenstoff Dopamin gebildet wird. Dieser ist bei der Weiterleitung von Bewegungsimpulse vom Gehirn über die Nerven in die Muskulatur der Gliedmaßen bedeutsam. Durch eine adäquate Einstellung mit Medikamenten sowie unterstützende Krankengymnastik und Logopädie lässt sich heute eine gute Lebensqualität erhalten.

Radiusfraktur (Speichenbruch):

Bruch eines Unterarmknochens. Als typische Fraktur gilt eine Radiusfraktur nahe des Handgelenks.

Rheumatische Erkrankung (Rheuma):

Oberbegriff für Erkrankungen des Stütz- und Bindegewebes, insbesondere der Gelenke, Muskeln und Gefäße. Sie werden in entzündliche Krankheiten wie infektiöse Arthritis, Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder degenerative Krankheiten wie Arthrosen eingeteilt.

Schenkelhalsfraktur (Schenkelbruch):

Bruch des Oberschenkelhalses, häufig bei alten Menschen infolge einer Osteoporose (Schwund der Knochensubstanz und -struktur).

Schlingentisch:

Durch kontrolliertes Aufhängen wird einzelnen Körperteilen ihr Eigengewicht genommen, um dem Patienten schmerzlindernde Bewegungsabläufe zu ermöglichen.

Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis):

Entzündung an den Sehnen selbst oder den sie umgebenden Sehnenscheiden. Meist treten Sehnenscheidenentzündungen in den Hand-, Finger- und Fußgelenken auf.

Spinalkanalstenose:

Verengung des Wirbelkanals mit Kompression des Rückenmarks.

Spondylitis (Wirbelentzündung):

Entzündung des Knochengewebes (Ostitis) oder des Knochenmarks der Wirbel.

Spondylolisthesis (Wirbelgleiten):

Verschiebung eines Wirbelkörpers nach vorn und Fixierung in dieser Position unabhängig von Bewegungen.

Tetraplegie:

Rückenmarksschädigung vollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Tetraparese:

Unvollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen beispielsweise infolge einer Schädigung von Gehirn- oder Rückenmarkszellen.

Totalprothese (Totalendoprothese, TEP):

Vollständiger Ersatz eines nicht mehr funktionstüchtigen Gelenks durch ein entsprechend geformtes Ersatzstück aus Metall oder Kunststoff, wie des Hüftgelenks, Knie- ,Fuß- und Fingergelenks.

Tennisarm:

Der Tennisarm, eigentlich Tennisellenbogen ist ein sehr hartnäckiger Ellenbogenschmerz, der meist am äußeren Knochenhöcker des Ellenbogens lokalisiert ist.

Wärmetherapie:

Wird in Form von Naturmoorpackungen oder Rotlicht zur Durchblutungssteigerung und Verbesserung der Durchblutung des Gewebes angewendet. Bei Rheuma, Neuralgien und Gelenkerkrankungen wird Wärmetherapie zusammen mit Massage oder Physiotherapie verschrieben.

Wirbelsäule (Rückgrat, WS):

Gegliederte und bewegliche Längsachse des Körpers, die sich aus Halswirbeln, Brustwirbeln und Lendenwirbeln sowie Kreuz- und Steißwirbeln zusammensetzt. Kreuz- und Steißwirbel sind beim Erwachsenen zum Kreuz- bzw. Steißbein verschmolzen. Von allen Wirbeln zusammen wird der Wirbelkanal gebildet, in dem das Rückenmark verläuft. Als "Stoßdämpfer" befinden sich zwischen den Wirbeln die Bandscheiben; mehrere Bänder geben der Wirbelsäule als Ganzes Halt.